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Artikel Mai

(Un)Sicher radeln in Dessau-Roßlau

Auch wenn sich während der Pandemie die Zahl der Fahrradtouristen in Dessau-Roßlau deutlich reduziert hat, wird in der Doppelstadt weiterhin viel geradelt. Allerdings scheint dieses Verkehrsmittel in der Infrastrukturplanung der Stadt eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Die Zeiten, in denen man von der Fahrradstadt Dessau sprechen konnte, sind längst vorbei (siehe auch RadPod #16 auf www.fahrradstadt-magazin.de).

So wurde vor einiger Zeit die Elballee asphaltiert, wobei hingegen aufgrund stark verwurzelter Bäume und einem schmalen Budget der Fahrradweg aus Sicherheitsgründen mit Hürden versehen wurde, die den Radfahrer entlang des Elberadwegs auf die Straße zwingen. Dass die oft von Laub überzogenen desolaten Fußwege auch nicht sicher für Fußgänger sind, sei nebenbei angemerkt. Gerade in der Nähe des Seniorenheims und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten der älteren Bevölkerung fehlt immer noch eine konkrete sichere bauliche Lösung für Fuß- und Radwege. Der Stadtbezirksbeirat platzierte dies bei der Verwaltung bereits mehrfach.

In der Essener Straße steht die Kindertagesstätte kurz vor der Fertigstellung. In der Nähe befindet sich das Seniorenheim am Georgengarten und eine Tierarztpraxis. Momentan wurde hier noch kein Fußweg auf der Seite der Kita bis hin zum Seniorenheim befestigt. Auch entsprechende Verkehrsschilder oder Fahrbahnverengungen fehlen noch. Die Fahrradstraße der Georgenallee etwas weiter in die Essener Straße zu ziehen, wäre da eine leichte Lösung.

Vom Zentrum bis zum Biopharmapark zu fahren ist ebenfalls eine Herausforderung. Ist man bis zur Elbbrücke noch sicher vom Verkehr separiert, beginnt ab dieser eine wahre Abenteuerfahrt mit Linksverkehr auf der Brücke direkt neben schnellen Autos und LKWs. In der Luchstraße kann man sich entscheiden, im Berufsverkehr der Bundesstraße mitzufahren oder auf dem Fußweg eine Hindernisfahrt zwischen Mülltonnen, Schlaglöchern und Hauseingängen auf sich zu nehmen. Hat man die Zerbster Brücke erreicht, folgt bis zum IDT ein Rad- und Fußweg, welcher übersät von fehlenden Pflastersteinen und Unebenheiten ist.

Kreisverkehre in Dessau haben für alle Verkehrsteilnehmer aufgrund unterschiedlicher Regelungen ein besonderes Gefahrenpotenzial. Dennoch war an der Kreuzung der Zerbster Straße/Rabestrasse/Johannisstraße ein solcher Kreisverkehr geplant. Dieser sensible Verkehrsknotenpunkt wird täglich von zahlreichen Schulkindern mit dem Rad überquert. Hätten die Kinder auf dem Heimweg von der Rabestrasse immer den Kreisel in der richtigen Richtung komplett abgefahren? Würden die Autofahrer den Kindern immer die Vorfahrt gewähren? Sie sehen, die Abwendung dieses Vorhabens hat wahrscheinlich mehr Sicherheit bewahrt als Verkehrsflüsse optimiert.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass es den Radfahrern an gleichberechtigter sicherer intakter Infrastruktur fehlt. Fahrradstraßen oder sogar Fahrradschnellstraßen (zum Beispiel von Dessau-Süd bis zum Biopharmapark) sucht man in unserer Stadt nahezu vergebens. Der Zustand der Radwege, deren Markierung und die Wegführung lassen oft zu wünschen übrig. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf, um irgendwann einmal wieder dem Titel einer Fahrradstadt gerecht zu werden.

Leben mit der Pandemie

Seit mehr als einem Jahr bestimmt Corona unseren Alltag. Inzwischen wurde das Warten auf das Ende ersetzt durch ein Leben mit der Pandemie. Dies bedeutet für die Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Bildung ein Umdenken und Neusortieren, ein beherztes Handeln und Ausprobieren. Werden jedoch allzu oft soziale Medien und Lokalpresse von den negativen Stimmungen der Krise beherrscht, möchten wir Ihnen kurz zeigen, dass Kommunalpolitik und Verwaltungsarbeit viel Positives bewirkt hat.

Mal eben shoppen, Kultur erleben, zur Schule gehen – alles ist inzwischen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Schnelltests geben uns hier ein Stück Freiheit und Sicherheit zurück. Neben Testzentren kann man sich inzwischen auch in Apotheken testen lassen. Einfach hingehen oder online einen Termin buchen und man erhält im Anschluss ein tagesgültiges Zertifikat. Das entlastet die behördlichen Testzentren und beschleunigt die Möglichkeit, zum Beispiel wieder in den Genuss einer Oper oder eines Konzerts zu kommen. Für eine Modellwoche öffnen dank eines Antrags des Beigeordneten für Kultur wieder die Pforten des Theaters für eine begrenzte Anzahl an Publikum. Könnte dies der Beginn der Rückkehr in eine neue Normalität werden?

Der lokale Einzelhandel und die Gastronomie waren in den letzten Monaten arg gebeutelt. Durch die Schließungen änderte sich das Konsumverhalten der Bevölkerung, die sich mittlerweile die neue Garderobe von Amazon und Zalando und die Lieblingspizza von Lieferando bringen lässt. Ein Vorstoß aus der Mitte der Dessauer Wirtschaft soll mit Unterstützung der Stadtverwaltung nun Hoffnung geben: Ein lokales Onlineportal soll ähnlich wie bei den Internetriesen auf einer Plattform Dessauer Einzelhandel und Gastronomie zugänglich machen. Dies hat sich inzwischen in vielen Kommunen bewährt und wir finden es an der Zeit, dass die Verwaltung den Geschäftsleuten diesen Weg schnellstens ebnet.

Thomas Picek
Stadtbezirksbeirat Ziebigk-Siedlung
Mitglied Pro Dessau-Roßlau

 Fraktion Pro Dessau-Roßlau
Poststraße 6
06844 Dessau-Roßlau

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